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100 Jahre Löschzug Oer
Foto: Markus Mucha

100 Jahre Löschzug Oer

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Dinah Bronner

Gebündeltes Know-how, professionelle Ausrüstung und gemeinsames Feuerwehrleben: All das zeichnet den Feuerwehrlöschzug Oer aus. Am Sonntag, 31.Oktober, feiern sie gebührend ihr 100-jähriges Jubiläum.

Nichts Geringeres als das letzte historische Feuerwehrrelikt wurde für das Jubiläumsfoto aus der Garage geholt: eine Handdruckspritze aus dem Jahre 1906, älter als die Stadt Oer-Erkenschwick selbst. Für sein 100-jähriges scheut das Team des Oerer Löschzuges eben keine Mühen und Feuerwehrchef Brandrat Gerhard Pokorny kein Telefonat. Am Sonntag, 31. Oktober, um 10.30 Uhr feiert die Feuerwehr das Jubiläum gebührend. Der Einlass beginnt um 10 Uhr und die Veranstaltung endet um 14 Uhr. Das Fotoshooting mit der alten Spritze inspiriert die Oerer Feuerwehrleute zu allerlei munteren Sprüchen. Trotz allem Vorbereitungsstress ist die Stimmung locker und familiär. Von Schutzkleidung und Steuergroschen Der ehemalige Löschzugführer und heute Mitglied der Ehrenabteilung Heinrich Middeldorf erinnert sich an seine Anfänge in Oer: „Als ich 1975 von Recklinghausen kommend nach Oer überwiesen wurde, bestand der Löschzug aus einer Garage, 100 Jahre Löschzug Oer Gebündeltes Know how, professionelle Ausrüstung und gemeinsames Feuerwehrleben zeichnen den Feuerwehrlöschzug Oer aus. In diesem Jahr jährt sich seine Gründung zum 100. Mal. einem Schulungsraum und einem Löschfahrzeug.“ In den 80er-Jahren kam dann der erste Erweiterungsbau hinzu. „Mit vereinten Kräften wurden der Schulungsraum und die Sozialräume umgebaut und erweitert“, erzählt der heutige Löschzugführer Heinrich Schwarzhoff. „Dafür wurden wir mit dem Eisernen Steuergroschen des Bundes der Steuerzahler geehrt.“ In den 90ern folgte zunächst ein weiterer Umbau, bevor 2011 das heutige Feuerwehrdomizil am Ehrenmal nach neuesten Erkenntnissen errichtet wurde. Heute stehen dort Fahrzeuge und Feuerwehrtechnik nach den aktuellen Anforderungen. „Aber auch persönliche Ausrüstung wie die neue beige Schutzkleidung aus Hightechkunstfaser wird dort für die Feuerwehrleute vorgehalten“, sagt Hauptbrandmeister Maik Schellenberg. In den vielen Jahrzehnten hat sich nicht nur das Gebäude der Feuerwehr immer wieder verändert, auch die Schutzbekleidung entspricht den heutigen Anforderungen. „In früherer Zeit nach dem Krieg hatten wir umgefärbte Militärmäntel als Schutzkleidung“, erinnert sich Norbert Cornelius, Mitglied der Ehrenabteilung. Die Einsatzbereiche der Feuerwehr umfassen heutzutage auch längst nicht mehr nur Brandbekämpfung: „Die Art der Einsätze hat sich in Richtung Sturmschäden und Starkregenereignisse verschoben“, so der stellvertretende Löschzugführer in Oer, Marco Röder.

Frauen in der Feuerwehr, ein Thema?

Längst gibt es auch nicht mehr nur Feuerwehrmänner, sondern auch Feuerwehrfrauen, die sich im Löschzug engagieren. „Natürlich haben erst mal alle erstaunt geschaut, als ich das erste Mal und als erste Frau zur Übung erschien“, erzählt Sandra Zollhofer. Heute ist die Bezirksschornsteinfegerin stellvertretende Leiterin der Feuerwehr und somit eine der beiden Stellvertreter von Gerhard Pokorny, Leiter der Feuerwehr. In Oer- Erkenschwick ist die Feuerwehr gut vernetzt und pflegt einen guten Kontakt zu den örtlichen Vereinen, wie beispielsweise den Kirchen- und Heimatvereinen sowie den Schützen. Auch regelmäßige Übungen stehen auf dem Programm. Aufgrund der Corona-Pandemie waren die sonst üblichen Unterrichtsabende nicht möglich. Sonst trifft sich die 27-köpfige Mannschaft alle zwei Wochen zum Übungsabend. Interessierte sind jederzeit willkommen.

Info
Freiwillige Feuerwehr Oer-Erkenschwick

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