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Beruf als Berufung verstehen
Foto: André Chrost

Beruf als Berufung verstehen

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: RDN Verlag

Carsten Schmitz stellte die Weichen neu.

„Es gibt Leute, die haben einen Job, weil man einen braucht. Und andere, die sagen: Das ist meine Berufung – zu denen gehöre ich“, sagt Carsten Schmitz. Man spürt: Dieser Mann ist angekommen – auch wenn es eine lange Reise war. Denn Carsten Schmitz arbeitete 23 Jahre lang als Banker, bevor er 2016 in die Sozialwirtschaft wechselte. In der ersten Hälfte seines Berufslebens war sein Weg geradezu klassisch: Fachabi in Herten, Ausbildung bei einer örtlichen Bank, dann berufsbegleitend ein BWL-Studium an der Essener Fachhochschule für Ökonomie und Management. Nach dem Wechsel zur Bochumer GLS Bank schnelle Karriere bis zum Regionalleiter Bayern mit Sitz in München. Alles richtig gemacht. Oder? Nicht ganz. Als Carsten Schmitz kurz nach seinem 40. Geburtstag eine sechswöchige Auszeit nimmt, stellt er sich die Frage, ob das beruflich schon alles war. Im Urlaub in Indonesien, „fernab von der Dauer-Beschallung durch Fernsehen, Handy, Internet“, kommt er zur Entscheidung, dass er kein Banker bleiben möchte. „Bei der Arbeit für die GLS Bank habe ich spannende Projekte aus Erneuerbare Energien, Bildungs- und Sozialwesen kennengelernt“, erinnert sich Carsten Schmitz, „und ich habe schnell gemerkt: Der soziale Bereich interessiert mich besonders, zumal hier viele Freunde und Bekannte tätig sind.“

Zurück ins Revier

Gedacht, gesagt, getan – die nächsten Schritte sind zielstrebig: Schmitz erklärt seinem Arbeitgeber den Wunsch nach Veränderung, streckt in Bayern die Fühler aus, wechselt zum gemeinnützigen Verein Hohenfried e.V., einer anthroposophischen Einrichtung für Menschen mit Behinderung, für die er als Vorstandsreferent erfolgreich die Themenfelder Fundraising und Netzwerkbildung bearbeitet. Aber im dörflichen Berchtesgadener Land wird Familie Schmitz nicht so recht heimisch. Sie wollen zurück ins Ruhrgebiet, möglichst, bevor die Tochter eingeschult wird.  So sucht Carsten Schmitz in ganz NRW nach einer Aufgabe als Fundraiser. Als die Suche schwieriger als erwartet läuft, erweist sich Schmitz erneut als wandelbar: Er bewirbt sich auf eine Stelle als „Dienstellenleiter mit Marketing- und Vertriebserfahrung“ beim Diakonischen Werk im Kirchenkreis Recklinghausen – und bekommt den Job: Seit November 2017 ist der wandelbare Banker verantwortlich für den Betrieb der Werkstatt in Recklinghausen, in der über 600 Menschen an zwei Standorten in Süd und an der Hubertusstraße tätig sind. „Als Kaufmann war ich schon ein Novum in dem Job “, sagt Carsten Schmitz, denn seine Vorgänger waren Techniker und Ingenieure. Seine Führungserfahrung setzt er für seinen neuen Arbeitgeber ebenso nutzbringend ein wie seine Marketingkompetenz als Betriebswirt: So arbeitete Carsten Schmitz im Qualitätscirkel Marketing mit, aus dem in mehrmonatiger Arbeit ein völlig neuer Markenauftritt für die Recklinghäuser Werkstätten entstanden ist – mit einer klaren Struktur für acht unterschiedliche Werke, einer neuen Webseite und Werbemitteln, die die Besonderheiten und Stärken der Werkstätten vor Augen führen. Sein Wirken macht dem Hertener viel Freude: „Ich fühle mich sehr viel wohler, wenn ich authentisch hinter dem stehen kann, was ich tue – da geht man morgens mit einem ganz anderen Gefühl zur Arbeit als mit einem Job, der in erster Linie Geld bringt.“

Vom Top-Management einer Bank zum Leiter der größten Werkstatt im Verbund der Recklinghäuser Werkstätten: Carsten Schmitz hat seine Karriere neu gestartet – auch wenn manche früheren Kollegen das ungläubig bestaunten. | Foto: André Chrost

 

 

 

 

 

Info Diakonisches Werk im Kirchenkreis Recklinghausen
Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen

Elper Weg 89
45657 Recklinghausen

www.diakonie-kreis-re.de

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