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Der Jüngste im Rat
Foto: Marco Stepniak

Der Jüngste im Rat

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Jennifer von Glahn

Warum Till Merlau (22) Politik nicht den anderen überlassen wollte.

Till Merlau ist 22 Jahre alt, Agrarwirtschaftsstudent und Ratsherr in Oer-Erkenschwick. Ein Alter, in dem viele noch ihren Weg suchen. Merlau hat sich für Verantwortung entschieden, und damit für lange Sitzungen, dicke Vorlagenordner und Entscheidungen, die eine ganze Stadt betreffen. „Ich war schon immer ein politischer Mensch“, sagt er. „Politik, das ist etwas, das den Alltag beeinflusst, auch in der Landwirtschaft“. Diese kennt das jüngste Ratsmitglied der Stimbergstadt aus eigener Erfahrung.

Schon als kleines Kind macht er mit der Familie Ferien auf dem Land, absolviert als Schüler sein Praktikum auf einem Bauernhof und nach der Schule eine Ausbildung zum Landwirt in Waltrop. Heute studiert er Agrarwirtschaft. Im Oktober 2024 tritt Merlau aus eigener Überzeugung in eine Partei ein. Er will nicht nur beobachten oder kommentieren, sondern
mitgestalten. Seine Motivation ist klar: Verantwortung übernehmen und die Perspektive seiner Generation einbringen. Seine Ausbildung und sein Studium prägen seine politischen Schwerpunkte. „Besonders Themen rund um Umwelt, Landwirtschaft und nachhaltige Entwicklung liegen mir am Herzen“, sagt er.

Auf kommunaler Ebene sieht er konkrete Handlungsmöglichkeiten. Fragen der Stadtentwicklung, der Energieversorgung oder der Infrastruktur sind für ihn keine abstrakten Themen. Sein fachlicher Hintergrund hilft ihm dabei, Zusammenhänge besser zu verstehen und einzuordnen. „Ich muss mich in viele Themen erst einarbeiten“, sagt er. „Aber das gehört dazu.“
Der Alltag als Ratsherr ist anspruchsvoll, besonders neben seinem Vollzeitstudium. Vor Ratssitzungen gilt es, umfangreiche Unterlagen zu lesen. „Das sind teilweise mehrere hundert Seiten“, sagt Merlau. Nicht selten muss er Prioritäten setzen. Manchmal bedeutet das, eine Vorlesung zu verpassen, um an einer Sitzung teilzunehmen oder sich in ein Thema einzuarbeiten. „Mein Privatleben hat sich schon verändert. Zeit, die früher selbstverständlich frei war, ist heute oft durch politische Verpflichtungen belegt“, so der 22-Jährige. Neben Studium und Ratsarbeit engagiert er sich auch als Vorsitzender der Landjugend in Datteln. Auch dort geht es um Interessen vertretung, Organisation und die Zukunft des ländlichen Raums.

Als jüngster Ratsherr bringt Merlau eine Perspektive ein, die in politischen Gremien nicht selbstverständlich ist. „Es ist wichtig, dass auch junge Menschen vertreten sind“, sagt er. „Wir leben schließlich auch hier und sind von den Entscheidungen betroffen.“ Seine eigene Zukunft hält Merlau bewusst offen. Die Landwirtschaft bleibt ein zentraler Bestandteil seiner Lebensplanung. Er kann sich vorstellen, eines Tages einen Betrieb zu übernehmen und als Landwirt zu arbeiten.

Info
Stadt Oer-Erkenschwick

Rathausplatz 1
45739 Oer-erkenschwick

https://www.oer-erkenschwick.de/Inhalte/index.asp

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