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Gesund kochen und genießen
Foto: Marco Stepniak

Gesund kochen und genießen

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Vivien Baxmann

Gemeinsames Kochen schafft Nähe: In der Stimberg-WG wird aus Alltag echte Gemeinschaft – gesundes Essen inklusive.

Frische Paprika, Möhren, Spargel und Zwiebeln landen Stück für Stück auf den Schneidebrettern. Am großen Esstisch der Stimberg-WG in Oer-Erkenschwick bereiten Svenja und Nnenna (16) gemeinsam mit Erzieherin Anna Seeler und Haushaltskraft Anita Sellmann das Abendessen vor. Sonnenstrahlen fallen durch die Fenster unter den rustikalen Holzbalken und tauchen den Wohn- und Essbereich in warmes Licht.

Wie Schwestern

Geschickt schneidet Svenja das obere und untere Stück der Paprika ab, entfernt vorsichtig das Kerngehäuse und schneidet den Rest in feine Streifen. „Diesen Trick habe ich auf Instagram gesehen“, erzählt sie. Eigentlich backt sie lieber, doch beim gemeinsamen Kochen hilft sie gerne mit. In der Wohngruppe leben acht Mädchen zwischen elf und 17 Jahren. Jugendliche mit traumatischen Erfahrungen finden hier ein sicheres Zuhause, begleitet von zusätzlich traumapädagogisch geschulten Erzieherinnen.

„Du magst doch auch gar kein Gemüse“, neckt Nnenna sie und nascht ein paar Möhrenstücke. Svenja grinst: „Du doch auch nicht.“ Neben dem Esstisch hängen Fotos der Mädchen: lachend, Grimassen ziehend, sich umarmend. Die gemeinsame Zeit schweißt die beiden eng zusammen.

„Wir sind wie Schwestern“, erzählt Svenja. Gemeinsam fahren sie morgens mit dem Bus zur Schule. Und wenn der Tag schwer beginnt, hilft manchmal nur eins: Schokolade.

Mitbestimmen erwünscht

In der Küche zischt es, während Anna Zwiebeln anbrät und Reis aufsetzt. Der köstliche Duft verteilt sich im Raum. Gesunde Ernährung steht für die Mädchen nicht immer an erster Stelle – für Anita dagegen schon. Seit fast zehn Jahren kocht sie in der Wohngruppe täglich frische Gerichte mit viel Gemüse und Nährstoffen, am Wochenende übernehmen die Erzieherinnen.

Wichtig ist den Mitarbeiterinnen, dass die Mädchen mitentscheiden dürfen. Auf einem Whiteboard in der Küche sammeln sie Essenswünsche und bewerten Gerichte. Auch vegetarische oder kulturelle Speisen haben ihren Platz. „Einmal hat Nnenna Fufu für die ganze Gruppe gekocht“, erinnert sich Anita. Das afrikanische Gericht kennt sie von ihrem Vater. Fleisch gibt es nur etwa zweimal pro Woche. „Es macht Spaß, gemeinsam zu kochen und neue Rezepte kennenzulernen“, erzählt Nnenna.

Ein Stück Zuhause

Heute steht vegetarisches Curry mit Reis auf dem Speiseplan. Svenja und Nnenna geben das Gemüse in den Topf. Dampf steigt auf. Anita ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und lernte schon früh den Wert frischer Lebensmittel kennen. Diese Erfahrungen möchte sie den Mädchen mitgeben – ganz selbstverständlich im Alltag.

Kokosmilch, Curry, Kurkuma und Paprika wandern schließlich in den Topf, dann kann serviert werden. Handys am Tisch sind tabu. Stattdessen wird vom Tag erzählt, gelacht und auch gealbert. Schnell wird klar: Das Curry scheint den Mädchen zu schmecken. Sogar Nachschlag wird genommen – trotz Gemüse. Zwischen Lachen und dem Duft des Currys wirkt der Abend vor allem wie eines: ganz normal, wie in einer großen Familie.

Info Diakonisches Werk im Kirchenkreis Recklinghausen
Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen

Elper Weg 89
45657 Recklinghausen

www.diakonie-kreis-re.de

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