Wenn im Forum Oer-Erkenschwick die ersten Töne erklingen, dann steht nicht einfach ein Chor auf der Bühne – dann steht dort eine Idee, die ansteckt: Musik als Freude, Gemeinschaft und Lebenslust.
Der neue Chor Oeriginale bringt genau das auf den Punkt. Gegründet aus einem Impuls heraus, gemeinsam etwas Neues zu wagen, öffnet er seine Türen für alle, die Lust am Singen haben – egal ob mit Chorerfahrung oder ohne.
„Bei uns ist jeder willkommen, auch wenn er von sich selber sagt, dass er gar nicht singen kann“, sagt Chorleiter Guido Röttgers lachend.
Die Wurzeln des Projekts liegen in der Musikschule Guidos Notenkiste. Dort entstand 2010 bereits der Kinderchor Oerwürmer, der längst fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Oer-Erkenschwick ist. Ob bei Seniorenfeiern, Vereinsfesten oder Weihnachtskonzerten – die Oerwürmer haben überall ihre Spuren hinterlassen.
So entstand auch der Kontakt zum Club 50 plus, dessen Mitglieder schon öfter den Kinderchor zu Gast hatten. Aus den beliebten Auftritten wuchs die Idee, etwas Eigenes für Erwachsene ins Leben zu rufen: offen, generationsübergreifend und ohne Leistungsdruck.
„Wir wollen keine Konkurrenz zu bestehenden Chören sein“, betont Röttgers. „Die Oeriginale sollen ein eigenes Projekt werden – ein Chor, der einfach Spaß macht.“
Und das merkt man schon bei den Proben: Es wird gelacht, ausprobiert, locker gemacht – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bevor gesungen wird, heißt es: erst mal ausschütteln, atmen, den Körper aktivieren.
„Schließlich ist der Körper unser Instrument“, so der Leiter.
Die ersten Workshops waren gut besucht: Rund 30 bis 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden den Weg in die Proberäume. Das Interesse war so groß, dass schnell klar wurde: Hier entsteht etwas Dauerhaftes. Ab Herbst begannen die regelmäßigen Proben, zunächst im zweiwöchigen Rhythmus.
Das Repertoire? „So bunt wie die Menschen, die mitsingen. Von Evergreens und englischen Klassikern über Udo Jürgens bis hin zu modernen Pop-Hits – eben alles, was gute Laune macht und zum Mitsingen einlädt“, sagt der Chorleiter. Kein festgelegtes Programm, keine musikalischen Grenzen. Oder, wie Röttgers es beschreibt:
„Wir singen alles, wonach uns der Sinn steht – Hauptsache, es berührt und macht Spaß.“
Ein erster gemeinsamer Auftritt könnte bereits zur Adventszeit stattfinden. Vielleicht wird es sogar ein kleines Weihnachtslied – gemeinsam mit den Oerwürmern – als Vorgeschmack auf das, was kommt. Ein Weihnachtskonzert im klassischen Sinn ist noch nicht geplant, aber das Ziel ist klar: kleine Auftritte, sichtbare Fortschritte, das Gefühl, auf etwas hinzuarbeiten.
„Wenn man ein Ziel hat, steigt die Motivation – das ist bei Erwachsenen genauso wie bei den Kindern“, sagt Röttgers.
Und wer weiß? Vielleicht wird aus der lockeren Idee schon bald ebenfalls ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Oer-Erkenschwick. Die Oeriginale stehen jedenfalls für mehr als nur Musik: für Gemeinschaft, Lebensfreude und das Mutmachen, einfach mal zu singen – auch, wenn der Ton nicht immer perfekt sitzt.
„Perfektion ist hier Nebensache. Wichtig ist nur, dass es von Herzen kommt.“