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Schatzsuche im Bunker
Fotos: Beushausen

Schatzsuche im Bunker

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Wer seine Ahnen sucht, wer wissen möchte, wie sein Stadtteil vor 100 Jahren aussah oder die Vereinszeitung mit Bildern von früher schmücken will, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit im Stadtarchiv fündig.

Wer seine Ahnen sucht, wer wissen möchte, wie sein Stadtteil vor 100 Jahren aussah oder die Vereinszeitung mit Bildern von früher schmücken will, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit im Stadtarchiv fündig. Bettina Lehnert ist dort seit 1999 die Hüterin der Archiv-Schätze und hilft allen Besuchern gerne und kompetent. „Wenn Ahnenforscher anklopfen, dann kennen wir viele der Familien bereits, können die Unterlagen heraussuchen und Geschichten oder sogar Fotos beisteuern.“ Die Basisinformationen sind Personenstandsdaten, die in Heirats- und Sterbeurkunden zu finden sind.

Aber es kommen auch Erbenermittler, Zeitungsredakteure und anderweitig Interessierte. Es geht um Nachlässe, Opferentschädigung und vieles mehr. „Wir bekommen Anfragen aus ganz Deutschland. Die Menschen sind dann oft überrascht, wie unkompliziert wir helfen“, sagt Bettina Lehnert. Inzwischen hat sie eine Kollegin: Barbara Klara, die als Ahnenforscherin bereits jahrzehntelang regelmäßig vorbeikam, bis sie dort als Rentnerin auf Minijob-Basis einstieg. Und so arbeiten nun beide im Stadtarchiv, das am Schulzentrum an der Christoph-Stöver-Straße beheimatet ist.


Barbara Klara
Barbara Klara
Barbara Klara
Barbara Klara
links: Bettina Lehnert
rechts: Barbara Klara
links: Bettina Lehnert rechts: Barbara Klara
links: Barbara Klara
rechts: Bettina Lehnert
links: Barbara Klara rechts: Bettina Lehnert
Barbara Klara
Barbara Klara
Bettina Lehnert
Bettina Lehnert

„Wir füllen das hier mit Leben“

Beide Frauen sind sehr engagiert. Einfach, weil ihnen ihr Job großen Spaß macht und sie Interesse an Geschichte, Geschichten und gesellschaftlichen Entwicklungen haben. Die Nase ganz tief in alte Akten zu stecken, ist für sie eine Bereicherung. Sie stöbern gerne in Amtsbüchern, Karten, Fotos, Urkunden und Zeitungen.
Dabei sind Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern besonders bereichernd. Manchmal kommen ganze Klassen. „Die Jugendlichen denken, dass hier alles verstaubt und muffig ist, und wollen sowieso lieber im Internet recherchieren. Aber dann merken sie, dass es ein anderes Erlebnis ist, Originale in den Händen zu halten, und beginnen das wirklich spannend zu finden.“ Im Rahmen eines Schulprojekts entstand an der Bachstraße das öffentliche Zwangsarbeiter-Mahnmal der Stadt. Für Bettina Lehnert war das ein Höhepunkt in ihrem Berufsleben.

Unterirdische Recherchen mit Gruselfaktor

Die Aktenkunde wird ihr nie zu viel. Auch tief in das unterirdische Magazin einzutauchen, macht Bettina Lehnert und ihrer Kollegin Barbara Klara nichts aus. Zwar finden beide Fachfrauen, dass es in dem ehemaligen Bunker unter dem Willy- Brandt-Gymnasium dunkel ist und manchmal ein Knacken und Rascheln wie im Gruselfilm zu hören sei, aber das stecken sie mit einem Lächeln weg. Im Bunker sind die historisch wertvollen Dokumente jedenfalls sicher. Anfang der 80er-Jahre hat Bettina Lehnerts Vater Gerhard Verk das Stadtarchiv aufgebaut, in dem sich die Tochter dann ebenfalls mit der Zeit bestens auskannte. Und so trat die studierte Germanistin und gelernte Buchhändlerin vor 26 Jahren seine Nachfolge an.

Inzwischen ist allerdings auch Bettina Lehnert selbst offiziell im Ruhestand und betreut das Archiv nur noch mittwochs. Demnächst wird es also einen Leitungswechsel geben.
Übrigens: Auch alte Klassenbücher sind im Bestand. Wer wissen möchte, was er vor vielen Jahren angestellt hat, kann es im Stadtarchiv vielleicht herausfinden.

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