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Vom Dönerstand zur Eisdiele
Foto: Marco Stepniak

Vom Dönerstand zur Eisdiele

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Jennifer von Glahn

Ein Gastronom zwischen Herkunft, Handwerk und Neuanfang. Aus einem improvisierten Start in den 1990er-Jahren entsteht ein kulinarisches Lebenswerk aus Döner, Pizza und Eis.

Haci Yeginer ist in der Stadt längst mehr als nur ein Gastronom, er ist ein bekanntes Gesicht des Berliner Platzes. Als er Ende der 80er-Jahre mit seiner Familie nach Deutschland kommt, ist sein Weg noch offen. Gastronomie stand noch nicht auf dem Plan, aber nach einigen beruflichen Stationen beginnt er gemeinsam mit einem Freund mit dem Verkauf von Döner. „Das ist alles spontan entstanden“, sagt er.
In den 90er-Jahren, als sich rund um den Berliner Platz vieles veränderte, entschied er sich für einen Neuanfang. Im Zuge der Umgestaltung des Platzes entstanden zwei Pavillons, und genau dort eröffnete Yeginer seinen ersten eigenen Betrieb, einen Grillimbiss mit Döner, damals noch etwas Besonderes und Neues. Die Küche ist geprägt von Erfahrung. „Meine Rezepte sind eigene Familienrezepte“, sagt er.

22.04.2026 Oer Erkenschwick Haci Yeginer betreibt eine Eisdiele und Dönerbude am Berliner Platz foto: copyright marco stepniak - mobil +49 171-2771906 marco@stepniak-bild.de
Haci Yeginer ist ein Unternehmer, der immer wieder neue Ideen entwickelt.

Sein Unternehmergeist führte ihn schließlich auch in die Welt des Eises. Schräg gegenüber seines Orientgrills stand lange Zeit eine Eisdiele, die nach ihrer Schließung von ihm übernommen wurde. Unter dem Namen „Yigido 58“, eine Anspielung auf seinen Heimatort an der Schwarzmeerküste, führte er das Geschäft weiter, mit eigenem Eismeister und viel Liebe zum Detail.
Heute entstehen dort 20 bis 30 Sorten Eis, von klassischen Geschmacksrichtungen bis zu ungewöhnlichen Ideen wie Dattel-Pistazie oder Nussvarianten mit türkischem Einfluss. Auch vegane Sorten gehören dazu. Die Nachfrage sei noch gering, trotzdem bleibt er offen für neue Ideen. Auch eine weitere Institution am Berliner Platz gehört heute zu ihm: die traditionsreiche Eisdiele, die einst von den Gebrüdern Costantin betrieben wurde.
Sein Antrieb ist dabei immer sehr persönlich. „Das kommt von Herzen, das mache ich gerne, das macht mir einfach Spaß“, sagt der Unternehmer.

Viele Standbeine

Trotz so vieler Standbeine bleibt Yeginer nicht stehen. In der Stimbergstraße übernahm er später ein weiteres Ladenlokal und entwickelte daraus eine Eventgastronomie. Dort können Gäste Räume mieten, Feiern ausrichten und sich von ihm mit türkischen Speisen und Getränken bewirten lassen. Ein Konzept, das seine Handschrift trägt, persönlich und herzlich. Rente kommt für ihn nicht infrage. „Langweilig zu Hause sitzen“, sagt er, das sei nichts für ihn.
Der Betrieb bleibt aber Familiensache. Nichten helfen mit, die nächste Generation soll übernehmen, auch seine Tochter ist eingeplant. Für die Zukunft wünscht er sich vor allem mehr Leben am Berliner Platz. Mehr Familien, mehr Kinder, mehr Sommeratmosphäre. Kulinarisch denkt er weiter in Richtung natürlicher Produkte. „Vielleicht Käse, Joghurt oder Honig aus der Türkei“, so der Gastronom, der immer neue Ideen hat.

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